Dienstag, 30. April 2013

Asim Aliloski im Gespräch mit Star Designer Thomas Kirchgrabner

Kollektion by Thomas Kirchgrabner


Thomas Kirchgrabner im Interview 

Thomas Kirchgrabner, einer der besten österreichischen Designer ist seit mehreren Jahren Chef des Modehauses Liska. Asim Aliloski verrät er, dass er Mode "atmet" und mit Leidenschaft an seine Arbeit denkt. Er spricht über seine Liebe zum Nackthund Johnny und woran er als erstes denkt, wenn er in der Früh seine Augen öffnet.

Asim Aliloski besuchte den 30-Jährigen an seinem Arbeitsplatz zum Interview und nimmt etwas Wichtiges vom Gespräch mit: „Wenn du in der früh aufwachst und du kannst nur mehr ans Schreiben denken, dann bist du ein Schriftsteller“.


Asim Aliloski: Bist du immer so beschäftigt? (Anm. Das Kleid einer Kundin muss für eine Abendveranstaltung dringend noch trotz des Interviewtermins gekürzt werden.)

Thomas Kirchgrabner: Ja. Es war gerade ein kurzer Einblick in mein Leben.

Ist es die Ausnahe oder die Regel?
Es ist die Regel.

Also hast du oftmals einen langen Tag?
Fast. Ich bin 9 Stunden in der Firma und versuche eine Mittagspause zu machen.

Eine elektronische Zeiterfassung musst du aber nicht machen?
Nein. (lacht). In einem kreativen Job geht es nur meistens daheim weiter. Bei mir auch. Wobei die Schnitte und Anfertigungen mache ich hauptsächlich in der Firma selbst. Das kreative passiert an anderen orten.

Ich kenne einen Künstler, der ist auch auf der Toilette kreativ.
Da hab ich lieber Zeit für mich.

Wo bist du dann wirklich kreativ?
Verschieden, im Zug geht’s ganz gut. Ich habe mal auf einer Blumenwiese eine ganze Kollektion gezeichnet.

Was hat sich nach all den Jahren bei Liska für dich getan?
Ich habe den Eindruck, dass mein Produkt am Markt gesettelt ist. Früher haben wir nur Pelze gemacht, danach kamen Abendkleider, jetzt sind Strick und Schuhe dazugekommen. Auch habe ich kürzlich eine kleine limitierte Schmuckkollektion gemacht.

Warum machst du Mode?
Ich komme gar nicht davon weg. (lacht) Ich komme von einer komplett anderen Richtung. Eigentlich habe ich in Grafik maturiert. Ich hatte aber immer ein Faible für Mode. Ich liebe Mode über alles, es ist so viel Handarbeit bei mir. Es ist etwas Bodenständiges.

Lady Gaga sagt immer: „Ich atme von meiner Arbeit.“ Ist das bei dir auch?
Jeder, der das gerne macht, was er macht, atmet davon. Genauso wie ein Schriftsteller. Da gibt es ja das Zitat: „Wenn du in der früh aufwachst und du kannst nur mehr ans Schreiben denken, dann bist du ein Schriftsteller“. Ich denke, alles, was man mit Herz und Seele macht, macht man auch über die Maßen gut.

Was ist dein erster Gedanke in der früh?

Dass ich mich am liebsten wieder umdrehen möchte. (lacht). Ich bin ein Morgenmuffel. Ich habe das kürzlich in einer Studie gelesen, dass das in den Genen steckt. Das Morgenmuffelgen. Ich bin kein unpünktlicher Mensch. Nur in der früh kann man nicht immer mit mir reden. Aber sonst denke ich sehr viel an Mode, es spukt ständig in meinem Kopf herum. Ich denke, die Menschen sehen es auch in meiner Arbeit, dass Leidenschaft dahinter steckt.

Ist daher Abschalten umso wichtiger?
Ich gehe jeden Tag von der Arbeit zu Fuß nach Hause. Und versuche mich dabei von Gedanken frei zu machen. Es ist ja auch für Johnny gut. Im Sommer fahre ich meistens mit dem Fahrrad ins Büro.

Du hast mir einmal gesagt, deine Muskeln sind alle in den Beinen. Kommt das vom Fahrrad fahren?
Ja, aber nicht nur. Sondern auch vom Stuntskating, was ich früher oft gemacht habe. Mit 14 bin ich die Treppen runtergerollt. Jetzt bin ich da viel gesitteter.

Dein Lieblingsstück im Kleiderschrank?
Ich liebe meine engen Punkjean, die hat überall Batikflecken. Ich bin aber der Accessoires Fuchs. Ich mag einfache Schnitte, aber dann einen coolen Gürtel oder Schuhe dazu. Ich habe eindeutig einen Schuhfetisch.

Was ist deine Lebensphilosophie?
Ich arbeite sehr nah am Kunden. Ich erfahre die Bestätigung für meine Arbeit. Ich sehe dann das Strahlen der Braut oder der Frau, die zum Ball geht. Ich mache sie glücklich und sie fühlen sich wohl. Das ist mir sehr wichtig.

Du bist ja noch ein sehr junger Designer.
Ich bin 30. Jetzt geht’s um die Wurst.

Trotz allem bist du sehr jung.
Danke. (lacht)

Was würdest du einem frisch träumenden Modedesigner raten?
Ich rate mit Herz und Verstand dabei zu sein. Und ich rate eine Ahnung von Wirtschaft zu haben, was ich nicht habe. Es lohnt sich nicht, blauäugig zu sein. Wichtig ist, beim Geschmack nicht immer von sich selbst auszugehen. Das kann, muss aber nicht klappen. Wichtig dabei ist immer seine Zielgruppe vor Augen zu haben.

Wird sich Luxus verändern?
Vor der Wirtschaftskrise war Luxus für die Masse da. Jetzt hat sich das ein wenig verändert. Die Firmen schauen jetzt drauf, dass sie noch exklusiver werden. Sie verarbeiten Produkte so, dass man sie nicht leicht fälschen kann.

Dein Hund Johnny ist ein Nackthund.
Er ist inzwischen wie ein Kind für mich. Dem geht es sehr gut bei uns. Er ist für mich ein Seelenbegleiter. Ich habe ihn gemeinsam mit meiner besten Freundin. Wir wohnen gleich nebeneinander. Es reißen sich alle drum, auf ihn aufzupassen. Er ist so herzensgut und brav.

Wohnst du gleich wie vor 3 Jahren in deiner kleinen Wohnung voll gestopft mit viel Kleidung?
Ich hatte jahrelang kein Wohnzimmer, darin stand meine Nähmaschine und überall Kleider. Jetzt sind aber die Kleider weg. Was ich stattdessen habe ist eine Couch. Ein wirkliches Wohnzimmer ist es noch nicht geworden.

Auf Facebook sieht man deinen Beziehungsstatus. Wie geht es deinem Freund?
Ich gehe offen damit um. Ich habe das für mich noch nie in Frage gestellt. Für mich und meine Welt ist das auch normal. Ich habe aber jetzt öfters wieder gespürt, dass es für Fremde noch ein Problem ist. Aber für die meisten ist das völlig normal.

Danke für das Gespräch, Thomas! Namasté


ASIM ALILOSKI - BUDDHA PUBLIC RELATIONS 

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