Samstag, 11. Mai 2013

Asim Aliloski im Gespräch mit Tierflüsterer Laurent Amann

Laurent Amann, der Tierflüsterer/(c) Asim Aliloski
Die Geheimniswelt eines Tierflüsterers
Und warum er doch nicht flüstert


Hollywood Star Robert Redford entdeckt in der Literaturverfilmung „Der Pferdeflüsterer“ die faszinierende Sprache der Pferde. In dieser tiefen Verbundenheit entwickelt der introvertierte Charmeur eine ganze besondere Beziehung zu seinem Pferd.

Was ist das Geheimnis dieser Kommunikation und warum geht sie auch mit Hunden? Asim Aliloski interviewt den Tierflüsterer, Laurent Amann, und findet mit Überraschung heraus, dass ein Flüsterer in Wirklichkeit nicht flüstert. Und das Beste: jeder kann diese ganz besondere Sprache erlernen und eine neue tiefe Freundschaft mit seinem Tier ins Leben rufen. Laurent Amann ist ab 13.05 in der Sendung "heute leben" auf ORF 2 zusehen.

•    Lieber Herr Amann, Sie sind Tierflüsterer. Was flüstern Sie den Tieren ins Ohr?

Laurent Amann: Dass sie ja brav bleiben sollen (lach). Ich flüstere eher dem Besitzer ins Ohr. Er lernt, die Sprache seines Tieres zu verstehen. Das Wort Flüstern sagt nur aus, dass die beste Kommunikation zwischen Mensch und Tier kein lautes Geschrei ist, sondern sanft und leise. Im Idealfall brauchen Besitzer und Tier nicht einmal verbal oder mit Zeichen zu kommunizieren. Die mentale Kommunikation durch Intuition und Gedanken reicht völlig aus. Flüstern ist magisch, ohne Worte und stärkt die Bindung. 

•    Sie haben als Jugendlicher ein höchst aggressives Pferd geschenkt bekommen. Nach einer kurzen Zeit war das Pferd ausgeglichen und handzahm. Wie haben Sie das gemacht?

Zuerst habe ich für seine Grundbedürfnisse gesorgt. Von der einsamen Stallhaltung kam mein Pferd Viona auf eine 2 Hektar große Weide, gemeinsam mit 3 anderen Pferden. Die ersten Wochen bin ich nur auf die Wiese gefahren, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Nach 3 Wochen war das Pferd gut eingelebt und ich begann mit der Beziehungsarbeit. Ich habe Viona das Futter gebracht, geputzt und bin mit dem Halfter spazieren gegangen. Manchmal habe ich mich auf ihre Wiese gesetzt, um mein Buch zu lesen. Nie habe ich es gezwungen, zu mir zu kommen oder bei mir zu bleiben. Das Pferd war frei, und ich erwartungslos. Eines Tages, und den Moment vergesse ich nie, kam Viona von ganz alleine zu mir. Ich ging dann mit Trense und Sattel in den Wald, damit wir gemeinsam Spaß haben. Ich blieb immer in meiner Ruhe und vertraute ganz darauf, dass alles gut geht. Diese Sicherheit hat Viona gespürt.

•    Einige Ihrer Kunden merken schon in der ersten Begegnung mit Ihnen, dass sich das Tier verändert hat. Wie ist das möglich?

Eine Erklärung ist, dass meine Kunden in der ersten Begegnung mit mir über ihre Probleme mit dem Tier sprechen und so bereits eine große Last loswerden. Sie wissen, dass sie jetzt Unterstützung bekommen und entspannen sich. Die Situation entspannt sich daher auch. Doch das ist nicht alles. Ich gehe ohne Erwartungen zu den Leuten, bin positiv gesinnt, freudig und strahle Ruhe, Liebe und Wohlbefinden aus. Diese Energie nimmt das Tier wahr. Es versteht sofort, dass ich da bin, damit es besser wird. Das Tier beginnt, sich seinen Ängsten zu öffnen. Das Wunder hier ist, dass ich mich energetisch mit dem Tier verbinde. Das löst bereits erste Blockaden, Hund und Pferd sind erleichtert und verändert sich auf natürliche Weise. Meine Kunden rufen dann voller Staunen an, weil sie das selbst nicht glauben.

•    Es gibt weltweit einige bekannte Hunde- und Pferdetrainer wie Martin Rütter, Monty Roberts oder Cesar Milan. Was halten Sie von ihnen und was machen Sie anders?

Monty Roberts hat mit der gewaltfreien Erziehungsmethode seiner Pferde sehr viel bewirkt. Das gleiche gilt für Martin Rütter. Cesar Milan positioniert sich sehr gut in den Medien und gilt als der Hundecoach der Stars. In ihren TV Dokus sehen sich Hundebesitzer schwierige Problemfälle an, weil das Publikum anscheinend das Dramatische mag. Genauso dramatisch sind aber manchmal ihre Lösungsmethoden, die sie den Hundebesitzern präsentieren. Meiner Meinung nach sind sie nicht immer artgerecht und schon gar nicht zum Nachmachen für zu Hause gedacht.

•    Was verpassen Pferdebesitzer, wenn sie sich rein nur für Pferdesport oder Reiten interessieren und die Beziehung zu ihrem Pferd vernachlässigen?

Das wunderbare und faszinierende Lebewesen Pferd! Besonders im Pferdesport wird das Tier schnell als Maschine gesehen und genauso rasch ersetzt, wenn es nicht die gewünschte Leistung bringt. Die Gefühle der Pferde will man gar nicht wahrnehmen. Aber ein Pferd zu haben bedeutet viel mehr als nur Reiten und Turniere gewinnen. Ich ging mit Viona immer im Wald joggen. Einige hielten mich für verrückt oder sie dachten, ich hätte es gestohlen und wäre auf der Flucht. Sie haben nicht verstanden, dass wir eine schöne Zeit miteinander haben und vor allem eine starke Bindung aufbauen. Ein Pferd ist faszinierend und viel mehr: es ist ein gefühlvolles Lebewesen, ein schreckhaftes Fluchttier, ein hingebungvolles Herdentier, das sehr neugierig, verspielt und feinfühlig ist.

•    In Ihrer Arbeit geht es darum, mit dem Pferd und Hund eine ganz besondere Beziehung aufzubauen und ihre faszinierende Sprache zu erlernen. Was verändert das für die Besitzer?

Kurz gesagt, das Zusammenleben mit dem Tier wird besonders und erfüllend. Sie brauchen nicht mehr zu schreien, den Hund nicht dauernd an der Leine zu halten und im Auge zu behalten. Er rennt nicht weg und macht keinen Blödsinn. Hund und Pferd genießen schlicht die Zeit mit dem Besitzer. Für dieses besondere Vertrauen müssen sie einander verstehen lernen. Sie erlernen die Sprache des Körpers und der Intuition. Die Intuition haben wir leider in unserer kopflastigen Gesellschaft verlernt. Dabei lässt sie sich schnell wieder erwecken und Sie beginnen dann zu spüren, was Ihnen und dem Tier jetzt wichtig ist. Genauso lernen Sie, gefühlvoll die Führung zu übernehmen. Ohne Druck, Zwang und Unterwerfung. Verhaltensauffälligkeiten verschwinden dann wie ein Wunder von alleine.

•    Sie sagen, Intuition und Einfühlungsvermögen ist die Basis für Ihren Erfolg mit den Tieren. Was bedeutet es, intuitiv und gefühlvoll mit dem Tier zu kommunizieren?

Bei der intuitiven Kommunikation lernen Sie, Ihren eigenen Gefühlen zu vertrauen. Sie sehen ein Pferd auf der Wiese, ein Gefühl kommt in Ihnen spontan auf (z.B. diesem Pferd ist zu warm), und Sie lernen diesem Gefühl zu vertrauen. Warum sollten Sie das Gefühl haben, dem Pferd wäre es warm, wenn es nicht der Fall ist? In der Kommunikation lernen Sie auch, Ihre eigenen Gefühle und Wünsche an das Tier zu „senden“. Meine Kunden sind jedes Mal begeistert, wie schnell ihr Hund sich hinsetzt, wenn sie es sich einfach nur bildlich vorstellen. Das ist pure telepathische Kommunikation.

•    Viele Manager werden zu einem Führungskräftetraining mit Pferd und Hund geschickt. Sie lernen durch die Tiere, Führungsverantwortung zu übernehmen. Warum sind Pferde und Hunde dafür geeignet und womit wird der Manager überrascht?

Hunde und Pferde machen uns nichts vor, sie sind authentisch. Entweder wir können führen oder nicht. Ein Pferd folgt nicht, um dem Manager zu gefallen. Der andere Vorteil ist, dass Tiere unsere kleinsten Bewegungen und Emotionen des Körpers und Geistes wahrnehmen. Wenn Sie etwas sagen, aber es innerlich nicht wirklich fühlen oder glauben, ist das Tier verwirrt und unzuverlässig. Nur wenn die Kommunikation stimmig ist, können Sie davon ausgehen, dass das Tier das macht, was Sie sich wünschen. Menschen sind da nicht anders. Der Unterschied ist nur, dass das Tier Ihren inneren Zustand sofort spiegelt und zeigt.

•    Robert Redford ist in der Literaturverfilmung „Der Pferdeflüsterer“ weltweit in den Kinos gesehen worden. Wie gut macht er sich in seiner Rolle als Flüsterer und was davon ist nur Show?

Vieles in den Szenen mit dem Pferd entspricht der Wahrheit. Im Film strahlt Robert Redford sehr viel Ruhe, Gelassenheit und Bestimmtheit aus. Dies macht ihn zu einem exzellenten Führer, der den Raum für Heilung öffnet. Es fehlt leider nur das Engagement der Pferdebesitzerin. Und damit meine ich weniger die Liebesszenen. Im wirklichen Flüsterleben spielt der Besitzer die Hauptrolle. Nur weil das Pferd den Flüsterer zum Herdenführer akzeptiert, heißt noch lange nicht, dass es das gleiche beim Besitzer tut. Es fehlt der Teil, in dem die Besitzerin mit dem Pferd trainiert. Aber dann hätte der Film wohl weitere 2 Stunden gedauert … (lach).



Facts: Profil Laurent Amann
Laurent AMANN M.Sc. ist DER TIERFLÜSTERER. Er ist Verhaltensbiologe, Tiertherapeut, Hunde- & Pferdetrainer sowie Tierenergetiker. Die ganzheitliche Amann-Methode verbindet moderne Tierbiologie, Tiertraining, Tierpsychologie, Tierkommunikation und Tierenergetik. Laurent Amann studierte Verhaltensbiologie in Luxemburg und Frankreich. Der in Luxemburg geborene Franzose lebt seit seinem Doktoratsstudium mit Königspudel Rio in der Hauptstadt Wien. Lange galt er als Verfechter der Wissenschaft und wurde dann zu ihrem Kritiker. Seine jetzige ganzheitliche Amann-Methode verbindet nun Verhaltensbiologie mit Tierenergetik.Der Tierflüsterer ist ab 13.05.2013 in der Sendung "heute leben" um 17:30 Uhr zusehen.
www.laurent-amann.com


ASIM ALILOSKI
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