Mittwoch, 22. Mai 2013

Im Gespräch mit Unternehmer und Luxusdesigner Philipp Plein


(c) Philipp Plein

„Luxus ist für mich, meine Kreativität ausleben zu können. Manche Menschen arbeiten um zu leben – ich lebe, um zu arbeiten.“

Eigentlich wollte Philipp Plein Jurist werden. Doch dann fing er an, für Freunde und Familie Möbel zu entwerfen. 2004 folgte die erste Fashion-Kollektion und vier Jahre später räumte der Designer als Shootingstar der Modebranche den New Faces Award ab. Seit Beginn verkauft das Modelabel Luxus pur.

Im Interview mit Asim Aliloski plaudert der Münchner über Luxus, seinen Hund Sophie, persönliche Lieblingsstücke im Kleiderschrank und das Leben im Kontrast mit Hingabe und Liebe zum Detail.

Asim Aliloski: Sie hatten ursprünglich mit Jura begonnen. Warum sind Sie nicht in der Branche geblieben?
Philipp Plein: Ich sehe mich nicht nur als Designer, sondern auch als Geschäftsmann, der versucht, eine Geschäftsidee erfolgreich umzusetzen. Die Kernkompetenzen im Geschäftsleben waren mir schon immer wichtig, ein Jurastudium erschien mir daher nach Abschluss einer sehr guten Ausbildung auf Salem anfänglich das Richtige zu sein. Ich liebe es kreativ zu sein und die Prozesse von der Idee bis zum fertigen Produkt zu verfolgen. Mein Design war damals nur ein Hobby neben dem Studium. Angefangen habe ich mit Möbeldesign für Freunde und Familie. Die Produkte haben aber so schnell Anklang gefunden und national solchen Erfolg gehabt, sodass das zu einem 24/7 Job wurde. Ich musste mich entscheiden, ob ich weiter studiere oder mein Hobby zum Beruf mache. Keine schwere Entscheidung…

Sie hatten ja ursprünglich mit Möbeldesign begonnen. Wie kam dann der Sprung zur Mode?
Ich habe mich bei meiner Möbelkollektion schon immer von aktuellen Laufstegtrends inspirieren lassen, wir machen modische Möbel. Auf Stoff- und Modemessen haben wir Material für unsere Möbelkollektion eingekauft. Die ersten kleinen Taschen entstanden aus Lederresten aus der Möbelproduktion. Auch hier war die Nachfrage so groß, dass wir die Kollektion ausgebaut haben, aus der Luggage Kollektion entstand dann eine passende Fashionkollektion.

Wo gehen Sie persönlich shoppen? Es wird gemunkelt, dass sie gerne zu Maxfiled gehen.
Ich bin gerne in den U.S.A. und ich liebe Los Angeles. Maxfield ist tatsächlich einer meiner Lieblingsläden. Da wir unseren neuen Monobrand Showroom und Office in Mailand eröffnet haben, bin ich sehr oft in Mailand.

Einstecktücher in Anzügen werden schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Warum machen Sie persönlich Mut zu Einstecktüchern?
Auch in meinen Kollektion legen wir viel Wert auf Details, ein Einstecktuch, in allen Variationen, kann ein äußerst ansprechendes Detail sein, um den Look zu komplettieren. In Mailand sehe ich diesen Look übrigens sehr oft.

Was ist Ihr Lieblingsstück im Kleiderschrank? Vor kurzem nannten Sie Ihre Krokodilleder-Jacke.
Eine Lederjacke – natürlich von PHILIPP PLEIN - ist ein Must have. Unsere Croco Jacke ist ein ganz besonders Stück und wird nur auf Kundenwunsch angefertigt. Wer mich kennt weiß, dass ich darüber hinaus am liebsten ein schwarzes Sakko, Hemd und Jeans trage.

Ist es richtig, dass Ihr Hund Giorgio das Sagen im Haus hat? Schließlich soll Ihr Heim „hundgerecht“ eingerichtet sein.
Die ständigen internationalen Reisen und Termine, die mit meiner Arbeit verbunden sind, lassen mich zurzeit sehr selten zu Hause sein. Mein Hund Giorgio, den ich schon seit Kindertagen habe, lebt daher heute zum Teil bei meiner Familie und bei mir. Giorgio hat mich zu unserem Hundebett inspiriert, wer selbst einen Hund hat, weiß genau, welche Ansprüche man an den Schlafplatz seines liebsten Haustieres hat – es musste gemütlich und gleichzeitig praktisch sein. Wenn ich in der Schweiz bin, liebe ich es bei langen ausgiebigen Spaziergängen mit meinem Hund zu entspannen.

Ihre Möbel können zurückhaltend und geradlinig sein. Weniger die Mode, die voller Glitzer und Totenköpfen sind. Leben Sie auf diese Art und Weise Extreme aus?
Ich habe vor allem Freude am Kontrast. Ich bin Autodidakt, aber ich würde von mir behaupten, dass ich ein Talent darin haben muss, Kontraste in meinen Kollektionen zu vereinen. Ich reise viel und bin ein Beobachter. Von jeder Reise bringe ich unterschiedliche Eindrücke mit, die ich in den Kollektionen verarbeite. Wir mussten uns am Anfang im Kampf David gegen Goliath im Textilmarkt durch unsere kristallinen Styles eine Nische schaffen, um zu überleben – wir waren einer der ersten, heute hat sich der Trend durchgesetzt. Schauen Sie nach Paris oder Mailand, Gucci, Balmain oder Givenchy, alle spielen mit lauten Applikationen und Bling Bling.

Wodurch kennzeichnet sich Philipp Plein Mode aus?
PHILIPP PLEIN verkauft Luxus pur. Alle Linien zeichnen sich durch die Liebe zum Detail aus, sind aber komplett verschieden. Während Fetish sehr frech und kristallin ist, bieten wir mit unserer Classic Linie beispielsweise coole Collegewear. Wir sind ein junges Label und haben Spaß an Fashion und daran neue Techniken auszuprobieren. Kontraste zusammen zu bringen und mit Applikationen zu spielen, das macht unsere Mode abwechslungsreich.

Was sind Ihre liebsten Luxusgegenstände, die Sie persönlich auch besitzen?
Ich liebe meinen begehbaren Kleiderschrank – allgemein schätze ich Luxus in meinem Zuhause, qualitativ hochwertige Möbel aus meiner eigenen Produktion, Stil und Eleganz, die mir die wenigen Momente zu Hause so angenehm wie möglich machen ...

 ASIM ALILOSKI - BUDDHA PUBLIC RELATIONS 

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