Dienstag, 16. Juli 2013

Im Gespräch mit Stardesigner La Hong über Druck durch Schönheit und unsere wahre Mission im Leben


 
(c) Caritas/La Hong

Stardesigner La Hong, dessen Alter ich keinesfalls verraten darf, ist laut Angaben seiner Mutter älter als das offizielle Geburtsdatum im Pass. Der Frühaufsteher beginnt den Tag mit Gymnastik und kennt den Druck, schön zu sein. Der Vietnamese ist sich sicher, dass jeder Mensch mit einer wahren Mission auf die Welt gekommen ist. Unsere Aufgabe ist es nur, diesen Weg auch zu gehen.

Asim Aliloski: Hast du schon mal Aktfotos von dir gemacht?
La Hong: Noch nie…ich arbeite noch daran die, nötige Form zu erreichen. Noch fühle ich mich nicht schön genug dafür.

Du bist aber schön.
Danke für das Kompliment du Schmeichler (lacht) Es ist meine Berufung, Menschen durch Kleidung zu verschönern und ich arbeite auch daran, mich zu verschönern.

Machst du das im Fitnesscenter?
Ich gehe nicht gerne ins Fitnesscenter. Eben weil ich mich nicht perfekt fühle, arbeite ich lieber mit Personal Trainern. Ich habe aber wenig Zeit und das Training muss mir Spaß machen, damit ich motiviert bleibe. Sonst wechsle ich schnell. Momentan habe ich keinen Trainer, dennoch mache ich jeden Tag brav Gymnastik.

Ich stelle mir vor, wie du mit Stirnband und engen Leggins trainierst.
Nein, es sind Strapse. (lacht) Nach dem Aufstehen mache ich 15 Minuten Gymnastik. Ich fahre kaum mit dem Lift und nehme die Treppen. Zu Terminen fahr ich zwar mit dem Taxi, weil ich meistens spät dran bin, aber zurück gehe ich stets zu Fuß.

Aber noch ohne Bodyguard unterwegs?
Nur unsympathische Menschen brauchen einen Bodyguard. Mich aber lieben die Menschen. Sie küssen und umarmen mich auf der Straße. (lacht) Ich habe nur Positives bisher erfahren. Konfuzius sagt: „Was du Menschen gibst, erhältst du auch von ihnen zurück“. Ich mache nie etwas Böses, versuche gut zu sein und mache viel Karitatives.

Ist der Druck groß für dich, schön zu sein?
Nein, aber Schönheit ist ein sehr wichtiges Element meiner Arbeit Meine Aufgabe ist es, nach der vollkommenen Schönheit zu streben, sie ist mein Beruf. Äußere und innere Schönheit sind wie Ying und Yang. Erst ein harmonisches Verhältnis zwischen diesen beiden Faktoren macht den Menschen vollkommen schön.

Zu deiner Arbeit eine Frage: Ich sage meinen Klienten im Coaching immer: „Mach das, was du liebst“. Was sagst du dazu?
Viele haben verlernt, woher wir ursprünglich kommen. Menschen entstehen aus Liebe. Ohne Liebe zu existieren ist sehr schwer, man ist wie eine leere Hülle. Ich habe es schon als Kind geliebt, mich mit Handwerk und Mode zu beschäftigen. Heute ist es meine Berufung.

Erklärt das deinen Erfolg?
Ja, Liebe macht erfolgreich. Damit meine ich sowohl die Liebe zur Arbeit als auch zu den Menschen. Wenn ich gerade in einer unglücklichen Liebesbeziehung stecke, merke ich, dass auch meine Arbeit darunter leidet. Irgendwie hängt das alles zusammen. Wenn ich hingegen glücklich verliebt bin, läuft meine Arbeit noch besser als sonst.

Ich arbeite mit Menschen an ihren Zielen. Wie machst du dir deine Ziele?
Ich denke, dass wir schon mit der Geburt unser Ziel für dieses Leben aufgetragen bekommen. Die Herausforderung ist es, diesen Weg auch zu gehen. Viele Menschen vergessen, dass sie eigentlich schon eine Mission mit der Geburt bekommen haben. Konfuzius sagt dazu: "Das Ziel ist der Sinn". Also, das, was wir machen, muss einen Sinn ergeben. Rückblickend muss ich sagen können: Ich habe sinnvoll gelebt.

Träume und Visionen sind also für dich nur dann zielvoll, wenn Sinn dahinter steckt?
Ja, das Leben auf dieser Erde lohnt sich nur dann, wenn man den Menschen etwas Sinnvolles hinterlassen konnte.

Viele wollen Designer werden, aber setzen es nicht in die Tat um. Du hast es gemacht.
Wenn jemand etwas will, muss er es einfach tun. Vielen Menschen fehlt es an Mut und sie haben Angst. Aber wovor? Was soll schon passieren? Wenn es sich bei deinem Ziel um eines handelt, das für alle gut ist, und man den nötigen Willen aufbringt, es zu erreichen, wird der Weg vielleicht schwer sein, aber man wird eines Tages erfolgreich sein

Ich sage immer: „Spüre deine Angst und mache es trotzdem.“
Genauso sehe ich das auch. Es gibt nichts zu verlieren. Ich bin sehr spirituell. Ich denke, wenn wir offen für Spiritualität wären, könnten wir Wunder und Unglaubliches erleben. Das ganze Leben ist ein Wunder. Wir müssen daran glauben – dann können wir Wundersames bewirken.

Viele bezeichnen Mode als oberflächlich.
Das ist eine oberflächliche Sichtweise. Ich achte immer auf die Details. Man glaubt gar nicht, wie bodenständig und detailorientiert Mode sein kann. Ich berücksichtige alles: Verarbeitung, Qualität, Design und Inszenierung.

Deine Auftritte zeichnen sich sehr durch deine feminine Seite aus.
Das sagst du (lacht). Ja, ich entspreche jedoch schon dem Klischee des Designers mit weiblichen Zügen. Das ist für mich in Ordnung, auf diese Weise kann ich Frauen und ihre Schönheit umso besser verstehen.

Auch weiß man, dass du oft unglücklich verliebt warst.
Liebe ist keine Sünde. Ich darf lieben, etwas anderes ist es, ob ich von der Person auch geliebt werde. Aber ich finde es immer noch besser, einseitig zu lieben als gar nicht. Auf diese Weise habe ich zumindest die Gewissheit, dass ich fähig bin, Liebe zu geben.

Geben?
Menschen kannst du nur glücklich machen, wenn du gibst. Gerade wenn man im Gegenzug nichts dafür verlangt, wird diese positive Energie irgendwann wieder zu dir zurückkommen und dein Leben bereichern. Aus diesem Grund liegen mir auch Charity-Aktionen so sehr am Herzen.

Steckbrief La Hong Nhut
Wahres Alter: unbekannt
Herkunft: China/Vietnam
Größe: grobgeschätzt 155 cm
Schuhgröße: 35
Lieblingszahl: 8
Hong Nhut bedeutet übersetzt: „Der rosa Tag“
Geschwister: 7
Hong erhielt für seine Arbeiten zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter den Coral Fashion Award (2002), den Pierre Lang Fashion Award (2003), den Renault Haute Couture Publikumspreis (2004 und 2005) sowie den Wien Couture Preis (2005).

 Asim Aliloski
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